Bericht Potsdam

Stand: 07.12.2013

In diesem Jahr haben wir auf unserer 4-Tagesfahrt vom 14. bis 17.10.2013 die ehemalige Residenzstadt Preußens mit den zahlreichen und einzigartigen Schloss- und Parkanlagen besucht. Die Kulturlandschaften wurden 1990 von der UNESCO als größtes Ensemble der deutschen Welterbestätten in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommen.

Auf unseren Tages-Exkursionen sahen und besuchten wir:

 

Das Holländische Viertel: (Ein Stück Holland in Brandenburg)

Zum Ausbau der Garnisonsstadt brauchte der Soldatenkönig Friedrich Wilhelm I. dringend gut ausgebildete Handwerker. Im Nachbarland wurde er fündig und weil sich die Holländer in Potsdam wie zu Hause fühlen sollten, ließ er Mitte des 18. Jahrhunderts dieses Viertel mit 130 Backsteinhäusern bauen. Kleine Läden, Cafés und Bars locken heute in diesem Teil der Stadt die Besucher an.

 

Die St. Nikolaikirche:

Die St. Nikolaikirche ist die evangelische  Kirche am Alten Markt in Potsdam. Der nach dem Heiligen Nikolaus benannte Zentralbau im klassizistischen Stil entstand nach Plänen von Karl Friedrich Schinkel in den Jahren 1830 bis 1837. Die weit über die Dächer der Stadt emporragende Tambourkuppel des 77 m hohen Gebäudes, erinnert an den Petersdom in Rom

Auf Grund der landeskirchlichen, historischen und baugeschichtlichen Bedeutung ist die evangelische Kirche St. Nikolai auch zu einer geistlichen und gesellschaftlichen Begegnungsstätte von Christen, Politikern und Menschen anderen Glaubens geworden, die sich in ihr zu kirchenmusikalischen Aufführungen, Ausstellungen und Vorträgen versammeln.

 

Das Alexandrowka Viertel:

Friedrich Wilhelm III. und der russische Zar Alexander waren innige Freunde. Um dieser Freundschaft Ausdruck zu verleihen ließ Friedrich 1826 die russische Kolonie Alexandrowka erbauen. Heute ist das Ensemble Bestandteil des Weltkulturerbes.

 

Park - und Schloss Sanssouci: (französisch sans souci, ohne Sorge)

Pflaumen, Feigen und Wein, die wollte Friedrich der Große vor den Toren Potsdams züchten. Dazu ließ er im Jahre 1744 den Terrassengarten im Park Sanssouci anlegen. Doch wegen der außerordentlich schönen Aussicht stand dem König schon ein Jahr später der Sinn mehr nach einem üppigen Lustschloss oberhalb der Terrassen. Unter den Nachfolgern Friedrichs des Großen wurde der nun aus der Mode gekommene Barockgarten im Stil eines Landschaftsparks umgestaltet und von Friedrich Wilhelm IV. um Anlagen, wie das Schloss Charlottenhof, die Orangerie und die Römischen Bäder erweitert. Sie sollten ihm ein Stück Italien in die Heimat holen.

 

Das Schloss Cecilienhof:

Kaiser Wilhelm II. ließ von 1913 bis 1917, für seinen ältesten Sohn Kronprinz Wilhelm und seine Gemahlin Kronprinzessin Cecilie das Schloss Cecilienhof im Norden des Neuen Gartens errichten. Das Erscheinungsbild des Schlosses wurde den landschaftlichen Gegebenheiten durch Verwendung traditioneller Materialien wie Backstein und Holz angepasst. Um über das wahre Ausmaß des Schlosses mit 176 Zimmern hinwegzutäuschen, wurden einzelne Baukörper geschickt um mehrere Innenhöfe gruppiert. Durch die Nutzung des Schlosses unter anderem für die Konferenz von Potsdam 1945 wurden einige Räume in ihrer ursprünglichen Ausstattung stark verändert. Heute bietet das Schloss Gelegenheit, am authentischen Ort die weltpolitisch bedeutsamen Ereignisse der Potsdamer Konferenz nachzuvollziehen. Seit April 2012 präsentiert sich die Dauerausstellung im Schloss in neuem Gewand.

 

Schlösserrundfahrt mit der “Weißen Flotte“:

passierten wir die schönsten am Wasser liegenden Sehenswürdigkeiten von Potsdam. Vorbei am Park Babelsberg mit seinem Schloss, dem Flatowturm und dem Hofdamenhaus gelangte unser Schiff unter der geschichtsträchtigen Glienicker Brücke hindurch auf den Jungfernsee. Entlang der einstigen Grenzlinie zwischen Ost und West erstrecken sich Schlösser und Gärten zu beiden Seiten der Havel. Preußens Könige und berühmte Baumeister erschufen diese zum UNESCO Welterbe gehörende Landschaft.

 

Das Dampfmaschinenhaus "Moschee":

Eine Moschee mit Minarett besitzt Potsdam schon seit 1841. Friedrich Wilhelm IV. ließ das innen und außen reich verzierte Bauwerk an der Neustädter Havelbucht nach einem maurischen Vorbild in Córdoba durch den Architekten Persius errichten. Dieses bewusst exotische Bauwerk war jedoch nie als ein Gebetshaus gedacht, sondern beherbergte eine technische Raffinesse, die zu jener Zeit stärkste Dampfmaschine. Diese wurde von August Borsig gebaut und leistete 81,4 PS, mit deren Hilfe das Wasser aus der Havel auf den Ruinenberg gepumpt wurde. Von dort konnten die Wasserspiele und die Haupt-Fontaine vor Schloss Sanssouci gespeist werden, die mittels der Dampfkraft eine Höhe von 38 m erreichte. Die Aufgabe der Dampfmaschine wird heute durch Elektropumpen erfüllt, die ebenfalls in dem historischen Gebäude untergebracht sind.

 

Das Studio Babelsberg:

Das Studio in Potsdam-Babelsberg ist das älteste Großatelier-Filmstudio der Welt und das größte Filmstudio in Deutschland. Seit 1912 haben zahlreiche namhafte Filmemacher unweit des Villenviertels Neubabelsberg bekannte Filme produziert. Auf unserem geführten Rundgang durch den Filmpark Babelsberg wurden wir in die Welt von Film und Fernsehen entführt. Alles was zum Film gehört ist hier für Besucher in Szene gesetzt: Kulissen, Requisiten, Kostüme und technisches Equipment von gestern und heute. Im Atelier der Traumwerker gaben uns Kunstmaler, Stuckateure, Kostüm- und Maskenbildner einen exklusiven Einblick in ihre Arbeit und zeigen, wie perfekte Illusionen entstehen.

 

Die Gedenkstätte Marienborn:

Auf unserer Rückfahrt nutzten wir die Möglichkeit, Geschichte anhand vorhandener exemplarischer Einrichtungen bei einer Führung am ehemaligen Kontrollpunkt zu erleben. Die am 1. Juli 1945 errichtete „Alliierte Kontrollstelle“ entwickelte sich im Verlauf des Kalten Krieges zur größten und bedeutendsten Grenzübergangsstelle an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Allein von 1985 - 1989 wurden hier 34,6 Millionen Reisende abgefertigt. Etwa 1000 Menschen arbeiteten auf der GÜST (Grenzübergangsstelle) in den Bereichen Passkontrolle und Zoll, bei den Grenztruppen der DDR und als Zivilbeschäftigte. Die Konzentration erlebbarer Grenzgeschichte in Deutschland ist im Raum Marienborn / Helmstedt wie nirgends sonst vorhanden

 

Zum Schluss waren wir uns einig, es war eine schöne und interessante Exkursion -Städtereisen in Deutschland lohnen sich-.

 

Dieter Brotte